Unternehmen
Frauen-Power am Steuer
Deutschlands erstes Autohaus mit rein weiblichem Personal
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Handwerkliches Flair: Janine Schubert (links) und Jeanny Hahnel in ihrer Werkstatt – ohne männliche Kollegen. Fotos: Urban (3) |
Das weibliche Personal ist zwischen 19 und 26 Jahre alt. Ihr anregendes Firmenlogo: ein Kussmund. In Hennigsdorf, am nördlichen Stadtrand von Berlin leitet die 23-jährige Maria Erkner ein Autohaus, in dem die Werkstatt eine (fast) männerfreie Zone ist.
Hennigsdorf. Und dann ist da doch ein Mann. Noch dazu einer mit nacktem, durchtrainiertem Oberkörper, der Janine Schubert anlächelt. Sie beugt sich über die offene Kühlerhaube und schraubt den Ölfilter auf.
„Den haben wir geschenkt bekommen und dann halt aufgehängt“, kommentiert die Kfz-Mechatronikerin mit einem Schulterzucken den Kalender mit Männer-Pinups. Der hängt zwischen säuberlich aufgereihtem Werkzeug.
Sonst ist die Werkstatt eine männerfreie Zone. Denn in Deutschlands erstem reinen Frauen-Autohaus sind Schubert und zwei Auszubildende die Techniker.
Die meisten Kunden sind Männer
Sie arbeiten in Hennigsdorf, am nördlichen Stadtrand von Berlin. Das weibliche Personal ist zwischen 19 und 26 Jahre alt. Ihr anregendes Firmenlogo: ein Kussmund.
Das zieht offenbar. „Zu 70 Prozent kommen Männer“, sagt Geschäftsführerin und „Fräulein“ Maria Erkner, nach der das Seat-Autohaus „Señorita Maria“ benannt ist. Denn diese Marke des VW-Konzerns kommt aus Spanien.
Die 23-jährige Chefin vermutet: „Die Männer sind neugieriger aufs Personal als auf die Neuwagen.“ Und der geballte Charme des weiblichen Geschlechts scheint zu wirken: Im ersten Monat nach Eröffnung, im vergangenen Oktober, haben die „Señoritas“ elf Fahrzeuge verkauft – und das nach dem Ende der Abwrackprämie. Im Moment läuft es zäher, aber Erkner hofft auf den Frühling.
Wie sie da so hochpoliert und in Reihe präsentiert sind, machen die Ausstellungsstücke Lust auf einen neuen Flitzer – ganz so, wie man das aus anderen Autohäusern kennt. Doch das Team will die eingefahrenen Verkaufsriten und „die herrschende Männer-Dominanz“ gehörig aufwirbeln, so Erkner: „Wir haben Kundinnen, die verschämt berichten, dass sie noch nie allein in einem Autohaus waren.“
Die Betriebswirtin weiß, wovon sie spricht: Während ihres Studiums jobbte sie in den acht VW-Autohäusern ihres Vaters. Der führt das Imperium ihres Großvaters im Berliner Umland weiter und beschäftigt 250 Mitarbeiter.
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