HD-TV
TV-Revolution mit scharfen Bildern
Wachstum und Fortschritt zeigen sich in unseren Wohnzimmern
In diesen Tagen erleben wir wieder eine technische Revolution, die ein völlig neues Seherlebnis vermittelt: High Definition Television, hochauflösendes Fernsehen, oder abgekürzt HDTV.
Bisher war es ein Terrain für Spezialsender. Doch am 12. Februar geht es richtig los. Pünktlich zum Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver (Kanada) starten ARD und ZDF mit hochauflösenden Sendungen über den Astra-Satelliten.
Die Geräte-Industrie hat den Systemwechsel schon längst eingeleitet. „Zurzeit gibt es in Deutschland bereits gut 20 Millionen HD-fähige Fernseher und 4,7 Millionen HDTV-Empfänger“, weiß Gerhard Schaas, Vorsitzender der Deutschen TV-Plattform in Frankfurt am Main. Doch die HD-Inhalte waren bislang begrenzt.
Die Winterspiele (12. bis 28. Februar) und die Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) sollen dem hochauflösenden Fernsehen zum Durchbruch verhelfen.
Schaas geht davon aus, dass sich „die Zahl der HD-Haushalte in Deutschland bis zum Jahresende mehr als verdoppeln wird“. Die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg hat errechnet: „2009 wurden in Deutschland 8,2 Millionen Flachbildfernseher verkauft, in diesem Jahr werden es über 9 Millionen sein.“
7 Milliarden Euro für neue Flachmänner
Der Branchenverband Bitkom mit Sitz in Berlin hat dazu die Zahlen parat: „Neue Flachbild-TVs brachten 2009 rund 6 Milliarden Euro ein.“ Die beiden großen Sport-Ereignisse dieses Jahres sollen den Umsatz in deutschen Geschäften auf 7 Milliarden Euro schrauben.
Für HD-fähige Receiver werden 2010 wohl 700 Millionen Euro über die Ladentheken geschoben, Tendenz leicht sinkend, weil immer mehr neue TVs das Teil bereits an Bord haben – diese Flachmänner sind dann etwas teurer.
Die Bedeutung des Fernsehens als Wirtschaftsfaktor nimmt zu. Denn:
- Die monatliche GEZ-Zwangsabgabe von 19,98 Euro summiert sich auf fast 7,3 Milliarden Euro im Jahr.
- Beim Bezahlsender „sky“ zahlen 2,5 Millionen Kunden im Schnitt 26 Euro im Monat. Im Jahr kommen 773 Millionen Euro zusammen.
- Kabelnetzbetreiber bekommen im Jahr schätzungsweise knapp 1,6 Milliarden Euro, Internet-TV lassen wir uns 55 Millionen Euro kosten.
Für 302 Millionen Euro werden Spielfilme auf DVD und Blu-ray ausgeliehen. Egal, wie und wo Sie die Winterspiele gucken: Drücken wir unseren Athleten ganz fest die Daumen.
Giesbert Wiegel
Der Autor
Er verkörpert in der vergleichsweise jungen AKTIV-Redaktion das Urgestein: Giesbert Wiegel, Autor dieser Seite und unzähliger weiterer Beiträge in den vergangenen 34 Jahren.
1976 stieß er zu dieser Zeitung, war seit 1983 stellvertretender Chefredakteur und Chef vom Dienst. In diesen Tagen beginnt für Wiegel die passive Altersteilzeit. Sein Wunsch für die Zukunft: „Dass AKTIV weiter so viel Zuspruch von den Lesern erhält.“
Lam
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