29. July 2010
 

Mittelstand

Hand in Hand

Die Nachfolge-Frage stellt sich früher oder später in jedem Familienunternehmen

Staffelübergabe: Nur ein guter Wechsel bringt Läufer und Familienunternehmer ans Ziel. Foto: getty

Der eine übernimmt, der andere lässt los – so funktioniert das im Staffellauf. Aber wenn es nicht nur um einen Holz- oder Metallstab geht, sondern um ein Familienunternehmen, dann wird es schwieriger. Allein in Bayern gehen jährlich rund 7.000 Arbeitsplätze verloren, weil die Übergabe auf den Junior-Chef zu spät oder zu schlecht vorbereitet wurde.

Ergersheim/Mühlhausen. Der eine übernimmt, der andere lässt los – so funktioniert das im Staffellauf. Aber wenn es nicht nur um einen Holz- oder Metallstab geht, sondern um ein Familienunternehmen, dann wird es schwieriger.

In Bayern gehen jährlich rund 7.000 Arbeitsplätze verloren, weil die Übergabe vom Senior- auf den Junior-Chef zu spät oder zu schlecht vorbereitet wurde und am Ende scheitert. Das zeigt eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn.

„Der Wechsel ist ein schwieriger Prozess“, bestätigt Susanne Lang (37), Geschäftsführerin des mittelfränkischen Autozulieferers Mekra Lang in Ergersheim. „Es ist eigentlich wie im Familienleben: Die Senioren müssen loslassen, die Junioren flügge werden.“

„Reibungen sind ganz normal“

Lang kennt das Thema aus Erfahrung. In ihrem eigenen Familienunternehmen hat die Nachfolge geklappt, so wie in vielen anderen bayerischen Metall- und Elektro-Betrieben. Mittlerweile ist hier die dritte Generation am Ruder: Sie führt die Firma gemeinsam mit ihrer Schwester und den beiden Cousins.


Bilder-Galerie (6 Bilder)

„Ohne Reibungen mit meinem Vater ging das nicht, aber das ist normal“, versichert Lang. „Das Ziel ist immer klar: der Fortbestand des Unternehmens.“ In den Jahren 2006 bis 2010  steht laut der IfM-Studie (siehe Kasten rechts oben) in 63.000 bayerischen Betrieben die Nachfolge an. Das heißt für knapp 500.000 Mitarbeiter: Sie müssen sich auf einen neuen Chef einstellen.

Oft ist der kein Unbekannter. Denn der Studie zufolge wird knapp die Hälfte der Unternehmen von Mitgliedern der Eigentümer-Familie weitergeführt. Und so kann es sein, dass langjährige Mitarbeiter mit dem neuen Geschäftsführer gespielt haben, als der in seiner Kindheit im Betrieb Fußball kickte.

Wie Stephan Fischer. „Für mich stand schon damals fest, dass ich das Unternehmen meines Vaters einmal übernehmen werde“, sagt der 46-Jährige. Bereits als Bub besaß er Firmenanteile. Heute ist er Geschäftsführer und Hauptgesellschafter von Fischer Licht & Metall, einem Hersteller von Lichtwerbung in Mühlhausen in der Oberpfalz – und das als Mitglied der vierten  Generation. Das hinderte Fischer aber nicht daran, zunächst im Vertrieb eines Autohauses Karriere zu machen.

Previous 1 | 2 | 3 Next
zurück nach oben Leserbrief empfehlen Drucken Home