Mittelstand
Hand in Hand
Die Nachfolge-Frage stellt sich früher oder später in jedem Familienunternehmen
Der eine übernimmt, der andere lässt los – so funktioniert das im Staffellauf. Aber wenn es nicht nur um einen Holz- oder Metallstab geht, sondern um ein Familienunternehmen, dann wird es schwieriger. Allein in Bayern gehen jährlich rund 7.000 Arbeitsplätze verloren, weil die Übergabe auf den Junior-Chef zu spät oder zu schlecht vorbereitet wurde.
Sich im Beruf außerhalb des Unternehmens beweisen: Laut Experten gehört das zur vorbildlichen Nachfolge. Ein Weg, den auch Christian Eisen (32) gewählt hat. Mehrere Jahre hatte er als Unternehmensberater gearbeitet, bevor ihn vor drei Jahren sein Großvater bat, ins Familienunternehmen im fränkischen Ort Baiersdorf einzusteigen. Gemeinsam mit seinem Bruder leitet er inzwischen den Betrieb, der Spitzer für Blei- und Kosmetikstifte herstellt. Sein Vater ist erst 58 Jahre alt, möchte sich aber langsam aus dem Unternehmen zurückziehen. „Ich will die Firma weniger hierarchisch führen als mein Vater und mein Opa“, sagt Eisen. „Beispielsweise steht die Tür zu meinem Büro für alle Mitarbeiter immer offen.“
Neues wagen oder Altes bewahren?
Zwischen Erneuerung und Tradition ist die Nachfolge-Generation hin- und hergerissen. „Man darf nicht versuchen, den Vorgänger lediglich nachzumachen“, empfiehlt Susanne Lang, die Geschäftsführerin von Mekra Lang. Doch hin- und hergerissen sind auch die Seniorchefs: zwischen festhalten und loslassen. In den drei Unternehmen Mekra Lang, Fischer und Eisen jedenfalls ist die Vorgänger-Generation noch immer fast täglich im Betrieb.
Deshalb sei Vertrauen besonders wichtig, meint Firmenchef Stephan Fischer: „Wenn der Senior dem Junior zutraut, das Unternehmen auf seine Weise weiterzuführen, dann überträgt sich diese Zuversicht auch auf die Mitarbeiter.“
Miriam Zerbel
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